Die Karate-Abteilung des TV 1868 Burghausen kann jetzt fünf Schwarzgurte vorweisen. Aber der Reihe nach:

Von 25. bis 28. Juli 2019 fand im baden-württembergischen Aalen das alljährliche Sommergasshuku des S.K.I.D. statt. Dabei handelt es sich um ein großes, bundesweites Trainingslager. Geleitet wurde dieses vom deutschen Bundestrainer Akio Nagai Shihan (9. Dan), den beiden extra angereisten japanischen Gasttrainern Manabu Murakami Shihan (8. Dan) und Yasuyuki Aragane Shihan (8. Dan), sowie von Eugen Landgraf (8. Dan) und Antonio Ceferino (6. Dan).

Das Training begann am Donnerstagnachmittag bei 36 Grad in der Halle für alle mit Grundtechniken, wobei die Großmeister ihren Unterricht an die Temperaturen anpassten. Später wurden die Gruppe nach Gürtelgraden geteilt, die Braun- und Schwarzgurte befassten sich intensiv mit einigen Katas, die Unterstufe entwickelte traditionelle Partnerübungen weiter und lernte, diese mit Hebeln und Würfen abzuschließen.

Der Freitag startete ähnlich, im weiteren Verlauf befassten sich alle Karatekas detailliert mit einer ihrer Gürtelfarbe angepassten Kata.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Samstag stand für die beiden Prüflinge von Sakamoto Burghausen das letzte individuelle Training unter dem Burghauser Dojo-Leiter Hans-Peter Lechner auf dem Programm. Anschließend erkundeten die Salzachstädter zusammen Aalen, bevor es gegen Nachmittag für alle wieder in die Halle ging. Bei etwas angenehmeren Temperaturen startete das Training nicht weniger schweißtreibend mit Grundtechniken und Kombinationen. Während die meisten Sportler mit Kumite (Partnerübungen) fortfuhren und lernten, Konzentration und Spannung genau auf den Punkt zu bringen, sowie Hebel und Würfe effektiv einzusetzen, legten einige Farbgurte ihre Gürtelprüfung ab. Der Burghauser Christoph Buchner zeigte eine hervorragende Leistung und ist nun Orangegurt.

Den Höhepunkt des Gasshukus bilden jedes Jahr die am Samstagabend stattfindenden Dan-Prüfungen, also Prüfungen zum Schwarzgurt.  Der Burghauser Thai Do-Quoc musste dabei nicht nur schwierige Kombinationen aus Grundtechniken, sowie etliche Katas (Formen) beherrschen, sondern auch einen Freikampf absolvieren. Er zeigte souverän, dass sich das monatelange, harte Training gelohnt hat und darf nun den 1. Dan tragen.

Man ließ den Abend bei der traditionellen Lehrgangsfeier ausklingen. Neben vielen Gelegenheiten zum Austausch unter den Karatekas gab es auch ein Dojo-Spiel. Beim „Ski-Rennen“ stand jeweils ein ganzes Team auf nur einem Paar Skier. Für den Sieger, das Team Sakamoto Burghausen, gab es ein kleines Fass Bier, mit dem die Sportler des TV 1868 die neuen Gürtelfarben demnächst auch intern noch feiern werden.

Zum Abschluss eines spannenden, lehrreichen und schönen langen Wochenendes wurde am Sonntagvormittag noch einmal trainiert. Statt des gewohnten Aufwärmtrainings, gab es unter Anleitung von Aragane Shihan Dehnübungen mit dem Partner, sowie gegenseitige Lockerungsmassagen. Das tat gut und war für die Meisten etwas Neues. An diesem Tag wurden das richtige Timing eines Angriffes, die Distanz und Kime (die Spannung und Energie) geübt, bevor es für alle nach Hause ging.

Die Burghauser Karatekas freuen sich über ihre neuen Graduierungen und gratulieren ganz herzlich zur bestandenen Prüfung.